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Der Podcast zu sozialen Themen der Caritas in NRW

#122 caritalks – 7. Caritaskongress – caritalks ist dabei - Folge 2

#121 caritalks – 7. Caritaskongress – caritalks ist dabei - Folge 1

„Zusammen geht was. Caritas verbindet Generation.“ Das ist nicht nur der Titel der Jahreskampagne der deutschen Caritas in diesem Jahr, sondern auch der Titel des siebten Caritaskongresses, der in Berlin auf dem EUREF Campus vom 24. bis 26. Juni stattfindet.

Heute am zweiten Tag des Kongresses wurde intensiv inhaltlich gearbeitet. Caritasverbände, Dienste und Einrichtungen der deutschen Caritas hatten vorher Themen eingereicht und in 39. Sessions zur Diskussion gestellt.

caritalks-Reporter Christoph Grätz ist auf Stimmenfang gegangen und hat in den Pausen, auf den Kongressfluren, in den Raucherzonen und an der Cafébar Gäste nach ihren Eindrücken dieses zweiten Kongresstages befragt.

Infos zum Caritaskongress https://www.caritas.de/fuerprofis/caritaskongress/caritaskongress-2026/caritaskongress-2026

#120 caritalks – Rocken ohne Vorurteile

#120 caritalks – Rocken ohne Vorurteile

Ein Besuch bei der inklusiven Band „Die Heuler“ in Oberhausen

Jeden Montag von 14 bis 16 Uhr musizieren im Gruppenraum der Kontakt- und Beratungsstelle für psychisch Erkrankte (KOBS) der Caritas Oberhausen bis zu 20 gesangs-und musikbegeisterte Menschen. Menschen mit psychischen Einschränkungen, aber auch Nachbarn aus dem Stadtteil, die einfach gerne singen und musizieren. Fünf Gitarren, ein Piano und verschiedenste Percussion-Instrumente, wie Schellenringe, Tamburine und Congas stehen bereit für die Musikerinnen und Musiker.

„Take Me Home, Country Roads“ - damit fängt die Probe an. Norbert Nilkens, der Ende der 80er Jahre die Gruppe ins Leben gerufen hat, zählt vor: „One two, one two three…“ – und los geht‘s. Nilkens war bis vor sieben Jahren noch Leiter der KOBS und begleitet die Heuler ehrenamtlich an der Gitarre. Begeistert singen und musizieren die elf anwesenden Musiker und Musikerinnen und man fühlt deutlich, hier herrscht ein besonderer Spirit; Gemeinschaft und Spaß stehen im Vordergrund. Sebastian Secker, der die Gruppe von Seiten der Caritas begleitet, sagt: „Ich freue mich jeden Montag auf die Heuler, weil in keiner anderen Gruppe, wird so viel gelacht. Die Themen, mit denen ich sonst zu tun habe, sind eher schwererer Natur.“ Secker ist Drummer in einer Band, bei den Heulern spielt er Klavier und Gitarre.

Wer hier hinkommt, ist herzlich willkommen. Norman, der mit seinem Hund Pablo gekommen ist und Gitarre spielt, sagt: „Beim Singen denke ich nicht so sehr an Probleme, es befreit mich und ich mag die Gemeinschaft hier.“

#119 caritalks – Schwanger – und jetzt?

Nicht immer ist mit einer Schwangerschaft nur Freude verbunden. Gerade wenn das Geld knapp ist oder eine Beziehung kriselt, wachsen mit dem Babybauch auch die Sorgen. Caritas und katholische Fachverbände wie der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) können helfen mit ihren Angeboten der Schwangerschaftsberatung. Die Beratung ist kostenfrei und steht allen offen. „Oft geht es bei uns darum, sich in der neuen Situation erstmal zu ordnen“, sagt Daniela Vogel, Schwangerschaftsberaterin beim SkF Dülmen-Coesfeld. Die Sozialarbeiterin hilft werdenden Eltern beispielsweise dabei, Anträge für finanzielle Unterstützung zu stellen, klärt über Elternzeit und Elterngeld auf und berät auch bei Beziehungsproblemen.

Ein besonderes Angebot der Schwangerschaftsberatung in Dülmen-Coesfeld ist der Schwerpunkt der Sexuellen Bildung. Die Mitarbeiterinnen besuchen Schulen und bieten Jugendlichen Raum, um über Sexualität zu sprechen: Menstruation, Verhütung, Selbstbestimmung im Internet. Dass diese besonderen Beratungsangebote, zu denen beispielweise auch die Beratung im Kontext von Pränataldiagnostik gehört, aufrechterhalten und auch ausgeweitet werden, ist für Elena Monin, Referentin für Schwangerschaftsberatung im Caritasverband für die Diözese Münster, eine wichtige Perspektive.

Was viele nicht wissen: Auch wenn das Kind da ist, stehen die Beraterinnen den Familien noch bis zum dritten Lebensjahr des Kindes zur Seite. Zum Angebot der Schwangerschaftsberatung Dülmen-Coesfeld gehören Gruppen, bei denen sich regelmäßig Mütter mit Neugeborenen treffen, um Kontakte zu knüpfen und um den Beraterinnen Fragen zum richtigen Umgang mit dem Baby zu stellen. „Werdende Mütter und insbesondere die Kinder benötigen Unterstützung für einen guten Start ins Leben“, betont Elena Monin.

Daniela Vogel, Schwangerschaftsberaterin beim SkF Dülmen-Coesfeld, und Elena Monin, Referentin für Schwangerschaftsberatung im Caritasverband für die Diözese Münster im Gespräch mit caritalks Moderatorin Juliane Büker.

Mehr zum Thema:
Die Schwangerschaftsberatung des SkF Dülmen-Coesfeld:
https://www.skf-duelmen.org/dienste/schwangerschaftsberatung

Infos „Schwangerschaft und Familie“ des Caritasverbandes für die Diözese Münster:
https://www.caritas-bistum-muenster.de/aktuelles/themen/schwangerschaft-und-familie/schwangerschaft-und-familie

#118 caritalks – Emil, Lotta und die Kunst des Miteinanders Neue Episode

Dorothee Jacobi (73) leitet seit fünf Jahren ehrenamtlich bei den Maltesern Benimm-Kurse für Jugendliche – und seit kurzem auch für Kita-Kinder. Das Konzept hat die pensionierte Grundschulleiterin selbst mitentwickelt. Darin spielen zwei Handpuppen die Hauptrolle – Emil und Lotta.

„Dankeschön und Bitte sehr – diese Worte fallen nicht schwer. Es tut mir leid, Entschuldigung – Ein Zauberwort für Alt und Jung.“ Beim Benimm-Rap sprechen und klatschen die Vorschulkinder der evangelischen Kita Kindervilla in Essen-Steele begeistert mit. Emil und Lotta machen es vor. Dass hinter den beiden Handpuppen Dorothee Jacobi (73) und Christine Bröring (73) sitzen, die Emil und Lotta Leben einhauchen, scheinen die Kinder gar nicht wahrzunehmen. Ihre Aufmerksamkeit richtet sich voll und ganz auf das Spiel des frechen Emils und seiner besten Freundin Lotta, die sich streiten und wieder versöhnen, über Tischmanieren diskutieren und Gesprächsregeln aushandeln. Immer wieder schalten die Kinder sich ein und geben den Puppen Tipps, wie sie gut miteinander auskommen können.

Ehrenamtliche leiten Kurse
Derzeit 27 Ehrenamtliche geben jährlich im Durchschnitt 35 Kurse mit maximal 12 Teilnehmenden – hauptsächlich an Berufsschulen sowie Haupt- und -Realschulen. Kitas bilden noch einen geringen Anteil. Denn ursprünglich war die Idee der Benimmkurse, junge Menschen auf den Eintritt ins Berufsleben vorzubereiten und ihnen den Start in die Welt der Erwachsenen zu erleichtern.

Malteser im Bistum Essen
Die Malteser gehören zum Caritasnetzwerk im Bistum Essen. Neben dem Rettungsdienst und Katastrophenschutz sind sie Träger von Diensten der Altenhilfe und bieten zahlreiche Projekte und Engagementmöglichkeiten für junge Menschen an. Für die Benimmkurse werden fortlaufend Ehrenamtliche und Sponsoren gesucht.

Infos zu den Maltesern im Bistum Essen
https://www.malteser.de/standorte/malteser-im-bistum-essen/

#117 caritalks – „Wellcome-Engel" entlasten junge Familien.

In der caritalks-Episode 116 haben wir schon über das Wellcome-Projekt berichtet. Wir sprachen mit Diane Nottbohm, die die Arbeit in Oberhausen koordiniert. Im Mittelpunkt der Aktivitäten steht hier die praktische Hilfe für Familien nach der Geburt eines Kindes. Diese Hilfe wird von Ehrenamtlichen geleistet, die über die Wellcome-Koordinatorinnen vermittelt und begleitet werden.

Eine Ehrenamtliche, die das tut, ist Gabriele Hömig-Kaspar. Die 67-Jährige kümmert sich ein- bis zweimal in der Woche jeweils für ein paar Stunden um die kleine Tilda und entlastet dadurch die junge Familie. Sie ist eine von 15 „Wellcome-Engeln", die in Oberhausen ein- bis mehrmals in der Woche die Sorge um ein neugeborenes Kind übernehmen und so den Eltern Freiräume schaffen. Wie wichtig das ist, erzählt Felix, der Papa der kleinen Tilda, in dieser Episode. Felix ist Ingenieur und gelegentlich zu Auslandsaufenthalten unterwegs, sodass die Sorge um die kleine Tilda für ihre Mama schon sehr fordernd sein kann. Zumal die Großeltern weit entfernt wohnen und nicht „mal eben" unkompliziert einspringen können.

Wie gut, dass es Gabriele Hömig-Kaspar gibt, die dann mit der Kleinen auf den Spielplatz geht, Ausflüge unternimmt oder sie mit ihren Enkeln spielen lässt. Hömig-Kaspar ist Rentnerin, hat lange als Krankenschwester und später in der Reisebranche gearbeitet und ist die Arbeit mit Menschen gewohnt. Die dreifache Oma genießt es, außer bei ihren Enkelkindern auch bei der kleinen Tilda zu erleben, wie sie sich entwickelt.

Personen: Gabriele Hömig-Kaspar ist dreifache Oma und Mutter zweier Kinder ist vielfach ehrenamtlich engagiert: Sie betreut eine weitere Familie und ist Lese-Oma in einer Schule. Sie hat 18 Jahre als Krankenschwester gearbeitet und als Reisekauffrau ein Reisebüro geleitet.

Wellcome: Wellcome bietet neben der praktischen Hilfe nach der Geburt eine Online-Plattform für pädagogische Beratung, Übernachtungsmöglichkeiten für Elternteile, die nach einer Trennung in räumlicher Distanz zu ihren Kindern leben, und in Einzelfällen finanzielle Hilfen für Familien in Not.
Weitere Infos: https://www.wellcome-online.de/

Ehrenamt gesucht? www.caritas-ehrenamtsportal.de

#116 caritalks - "Wellcome" entlastet Familien, bevor echte Probleme entstehen.

Kindern geht es nur gut, wenn es auch den Eltern gut geht. So lautet die Leitidee des Sozialunternehmens „Wellcome". Die Caritas Oberhausen ist, gemeinsam mit dem Evangelischen Familien- und Erwachsenenbildungswerk, einer von über 200 Wellcome-Standorten im deutschsprachigen Raum.
Diane Nottebohm von der Caritas und ihre Kollegin Ille Lauterfeld koordinieren die Arbeit von Wellcome in Oberhausen. 15 ehrenamtliche „Wellcome-Engel" übernehmen stundenweise ein- bis mehrmals in der Woche die Sorge um das Kind und schaffen so den Eltern Freiräume.

Christoph Grätz hat Diane Nottebohm besucht. Sie berichtet, wie Ehrenamtliche Familien bis etwa ein Jahr nach der Geburt begleiten und entlasten. Wellcome setzt als präventive Hilfe ein, bevor größere Probleme entstehen, und ergänzt andere Frühe Hilfen des Jugendamts sowie die Schwangerenberatung und Erziehungsberatung der Caritas.

Die Wellcome-Hilfen
Von der Hamburger Zentrale aus werden weitere Angebote koordiniert: digitale Elternabende und pädagogische Beratung (Onlineplattform ElternLeben) sowie Übernachtungsmöglichkeiten für Elternteile, die nach einer Trennung in räumlicher Distanz zu ihren Kindern leben (Bereich Kindwärts). Finanzielle Unterstützung durch Gutscheine – für Kleidung, Ausstattung, zum Schulstart und zu Weihnachten – ist über den Wellcome-Spendenfonds ebenfalls möglich.

Infos zu Wellcome
https://www.wellcome-online.de/

#115 caritalks - Das Erzählcafé in Essen-Altendorf lässt „Blumen sprechen“

Beim monatlichen Erzählcafé in St. Mariä Himmelfahrt stehen Spaß und Gemeinschaft im Vordergrund. Ältere Menschen, die im Alltag oft isoliert und einsam sind treffen sich hier zum Klönen, Zuhören und Singen. Christoph Grätz hat mit der Initiatorin Ursula Stauf und zwei Besucherinnen des Erzählcafes gesprochen, Gertrud Finke (90) und Hildegard Breuer (88).

Ursula Stauf ist eine, die anpackt, die weiß, wo anderen der Schuh drückt. Sie sprüht vor Ideen, wenn es darum geht, auf Hilfegesuche, akute Notlagen oder Probleme Antworten zu finden. „In Altendorf gibt es viele ältere Menschen, die einsam sind, denen jemand zum Reden fehlt. Vor allem nach Corona war das spürbar“, erzählt die 70-Jährige von den Anfängen des Erzählcafés. Jeden 3. Mittwoch im Monat öffnet das Erzählcafé im Marienheim, dem Gemeindesaal von St. Mariä Himmelfahrt, um 14.30 Uhr seine Pforten. Manche der Gäste werden gebracht, viele kommen mit dem Rollator oder der Unterstützung von Freunden und Nachbarn.

Die Tische sind liebevoll und farbenfroh dekoriert mit geblümten Tischdecken sowie Narzissen und Primeln. Auf jedem Teller liegt bereits ein Streusel-Hefegebäck und ein Keks – natürlich selbstgebacken. Das alles geht nur mit tatkräftiger Unterstützung der vielen Helferinnen und Helfer. Während Kaffee und kalte Getränke ausgeschenkt werden, entwickeln sich an den Tischen angeregte Gespräche und ein ordentlicher Lärmpegel. Später gibt es ein Blumen-Ratespiel. Außerdem wird „Tulpen aus Amsterdam“ und „Sah ein Knab ein Röslein steh’n“ gesungen und Ursula Straub erzählt von der Symbolkraft verschiedener Blumen.
Das Erzählcafé ist nur eines von vielen Angeboten für den Stadtteil, wie die Caritas-Sprechstunde, wo Lebensmittelgutscheine an Menschen mit kleiner Rente oder geringem Einkommen verteilt werden. Das „Kleiderlädchen“, bietet gut erhaltene, gebrauchte Kleidung für kleine Preis an, bei einem regelmäßigen Treffen können Menschen mit Migrationsgeschichte ihre Deutschkenntnisse verbessern.

Für Stauf ist es eine schöne Bestätigung, dass die Angebote der Caritas in der Gemeinde so gut angenommen werden. Aber es bleibt, so Stauf, auch eine Herausforderung, Ehrenamtliche zu motivieren und Spenden einzuwerben.

Wenn Sie sich für ein Ehrenamt interessieren, schauen Sie doch mal beim Caritas Ehrenamtsportal vorbei. www.caritas-ehrenamtsportal.de

Aktivitäten wie das Erzählcafé werden unter anderem aus der Sammlung von Caritas und Diakonie finanziert, die seit Anfang 2026 den neuen Namen „Füreinander. Für hier.“ trägt. Informationen zur Aktion „Füreinander. Für hier.“ https://fuereinanderhier.org/

#114 caritalks - Nachhaltige Schnäppchenjagd gibt Kleidung ein zweites Leben

Kimi (56), der über viele Jahre seinen Vater gepflegt hat, erobert sich nun sein Leben zurück, sagt der 56-jährige IT-Spezialist, der lange keine Zeit für Hobbies hatte. Er ist leidenschaftlicher Kleidertausch-Besucher und genießt es hier Gleichgesinnte zu treffen. Denn es ist auch eine eingeschworene Gemeinschaft, die Kleidertauschbörsen besucht. So freut er sich besonders, dass heute Romina (29) hier ist. Die Bochumerin erzählt, dass sie es als „kleine Schwester“ von zu Hause aus gewohnt sei, Gebrauchtkleidung zu tragen.

In der Alten Lohnhalle der ehemaligen Zeche Holland veranstaltet youngcaritas Ruhr-Mitte mehrmals im Jahr den Kleidertausch. Die Gäste bringen gut erhaltene Gebrauchtkleidung mit und können sich aus den zusammengetragenen Kleidungsstücken wieder Stücke mit nach Hause nehmen.

Anna Brodowski (29) hilft heute in der Alten Lohnhalle aus, denn hier werden viele helfende Hände gebraucht, die die Kleidung der Besucher*innen annehmen und auf die bereitgestellten Kleiderständer und Tische verteilen. Jaqueline Langer (27), die bei der Caritas Ruhr-Mitte die Aktionen von youngcaritas koordiniert erklärt den Ansatz des Projektes: „Eine nachhaltige Aktion für ein Umdenken und gegen den Wahnsinn, dass in unserer Wohlstandsgesellschaft ungetragene Kleidung in Ländern des Südens vernichtet wird und dort massive Umweltzerstörung verursacht.“

Youngcaritas wer oder was ist das? Das sind Gruppen von jungen Menschen, die sich mit kreativen Aktionen und Projekten für andere einsetzen und so den Gedanken der Caritas leben. Mittlerweile gibt es youngcaritas-Gruppen an über 80 Orten bundesweit. Neben Fragen der Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit steht der Umweltschutz dabei ganz weit oben auf der Todo-Liste.

Junge Menschen, die sich sozial engagieren wollen, sind bei youngcaritas genau richtig. Infos zu youngcaritas https://www.youngcaritas.de/

Außerdem finden Interessierte ein Ehrenamt über das Caritas Ehrenamtsportal https://caritas-ehrenamtsportal.de/

Weitere Termine
KLEIDERTAUSCH - ALTEN LOHNHALLE WATTENSCHEID -
SONNTAGS, 11 - 15 UHR
21. Juni 2026
13. September 2026
29. November 2026

#113 caritalks - Herzensangelegenheit Pflegeausbildung

Am 25. Februar versammelten sich beim Caritasverband für das Bistum Essen rund 30 Pflegeexpertinnen und -experten, um über die generalistische Pflegeausbildung zu diskutieren. Außer der Kinderkrankenpflege waren alle Pflegebereiche, die Krankenpflege, die Altenpflege sowie die ambulante Pflege sowie Krankenpflegeschulen vertreten.

Das rege Interesse zeigt, wie sehr das Thema auf den Nägeln brennt. Denn die generalistische Pflegeausbildung steht durchaus in der Kritik. Auszubildende fühlen sich unzureichend vorbereitet auf ihre Einsätze in den unterschiedlichen Pflegebereichen. Altenheime, Krankenhäuser und ambulante Pflegedienste sehen Defizite beim Wissensstand und den praktischen Fähigkeiten ihrer Berufseinsteiger. Krankenpflegeschulen beklagen die unzureichende Abstimmung von Theorie und Praxis und die hohe Abbrecherquote. Bei aller Kritik, ist eines sicher. Ein Zurück zur spezialisierten Pflegeausbildung wird es nicht geben. Die 2020 eingeführte Generalistische Pflegeausbildung sollte eine umfassende Qualifizierung von Pflegefachpersonen sicherstellen. Sie ist auch ein Europäisches Projekt, wegen der EU-weiten Anerkennung des Abschlusses. Nun geht es darum, mit allen Beteiligten das Projekt zu gestalten. Kernthemen des Austausches waren Praxisanleitung, Modelle der Begleitung von Azubis, Sprachbarrieren und die Folgen von Corona.

Was sagen die Menschen, die es wissen müssen? Wo drückt der Schuh bei der Umsetzung? Was muss getan werden, um die generalistische Pflegeausbildung praxistauglich und geländegängig zu gestalten? Welche vielversprechenden Ansätze gibt es? Christoph Grätz hat mit dreien von Ihnen gesprochen.

Die Gäste:
Sabine Kesting, Pflegedirektorin des Katholischen Klinikum Bochum
Sandra Frank, stellvertretende Leitung der Katholischen Schule für Pflegeberufe Duisburg
Birgit Skrzypczak, Leiterin der Senioreneinrichtung Liebfrauenstift der Caritas Gelsenkirchen

Foto Caritas im Bistum Essen | Nicola van Bonn
Ihnen ist die Pflegeausbildung Herzenssache (v.l.): Birgit Skrzypczak, Sandra Frank und Sabine Kesting