Der Podcast zu sozialen Themen der Caritas in NRW
00:00:04: Kindern geht's nur gut, wenn es auf den Elterngut geht.
00:00:16: So die kurze Formel der Hilfen des Sozialunternehmens Welcome!
00:00:22: Die Caritas Oberhausen ist einer von über zweihundert Wellcome-Standorten im deutschsprachigen Raum.
00:00:28: Ich bin Christoph Graetz, Pressereferent beim Caritasverband für das Bistumessen Und ich spreche jetzt mit Diana Notteboom.
00:00:35: Hallo, Frau Nottebum!
00:00:38: Sie sind Koordinatorin des Welcome-Standortes hier in Oberhausen?
00:00:45: Genau richtig.
00:00:46: Ich habe natürlich mal auf der Webseite ein bisschen geguckt von welcome und da habe ich gedacht Moment mal.
00:00:51: das englische Wort welcome wird doch nur mit einem L geschrieben.
00:00:55: warum steht da das Projekt mit dem Namen Welcome mit Zweil.
00:01:00: Ja, das ist ein Kunstwort quasi und zusammengesetzt aus dem Begriff Well also sich wohlfühlen und kann so kommen wie man ist und jeder ist willkommen.
00:01:10: Das ist also ein zusammengesetztes Wort was es so tatsächlich nicht gibt.
00:01:14: Da haben Sie vollkommen recht!
00:01:15: Muss man immer darauf hinweisen dass noch ein zweites L sich drinnen vorsteckt?
00:01:19: Genau welcome.
00:01:20: und zwar wer soll sich willkommen fühlen?
00:01:24: Also alle Familien tatsächlich, die betreut werden möchten, die eine Begleitung und Unterstützung brauchen.
00:01:29: Und aber auch die Ehrenamtlichen, die sagen, ich möchte mich gerne ehrenamtlich engagieren bei ihnen als Welcome-Engel so wie wir sie ja liebevoll nennen.
00:01:36: Alle sind bei uns herzlich willkommen!
00:01:37: Man muss sich auch als Familie nicht besonders benachteiligt fühlen oder erst mal vorher erklären wieso, weshalb, warum?
00:01:44: Es ist für jeden eine Unterstützung da der Sie gerne hätte.
00:01:48: Vielleicht können Sie einmal ganz kurz so sagen, was da alles in dem Gesamtpaket drin ist.
00:01:54: Was ist alles möglich?
00:01:55: Genau
00:01:56: es ist ganz viel möglich.
00:01:57: zum einen ich bin also Koordinatorin in Oberhausen gibt es einen Standort.
00:02:01: man muss aber sagen er ist getragen durch ein ökumenisches Projekt und zwar einmal die Caritas und durch das evangelische Familien- und Erwachsenenbildungswerke sind also zwei Koordinatoren in Oberhause und setzen hier die praktische Hilfe nach der Geburt um meistens im ersten Lebensjahr oder auch etwas darüber hinaus.
00:02:21: Und ansonsten bietet Welcome... Der Mutterort sitzt in Hamburg.
00:02:26: Die bieten dann noch an einen Spendentopf für Familien in Not, wo man auch jetzt hier von dem Standort aussagen kann.
00:02:32: die Familie braucht die und die Unterstützung und bekommt man ganz niederschwellig, ganz leicht Unterstützung für was auch immer.
00:02:38: vom Schultonnister bis zu einem Ausflug in den Zoo kann alles finanziert werden.
00:02:42: Dann gibt es kindwärts.
00:02:43: das ist eine Unterbringung für Elternteile.
00:02:46: wenn die Familien getrennt sind Beispielsweise ein Vater oder Mutter, sich ums Kind kenne man möchte aber keine Unterbringung in der Nähe hat kann man hier durch Paten also eine Schlafmöglichkeit bekommen.
00:02:58: Ja und dann gibt es noch Elternleben.
00:02:59: das ist eine digitale Plattform wo man einfach Unterstützung in allen möglichen Fragen rund ums Familienleben
00:03:03: erhält.
00:03:04: Super!
00:03:05: Das hört sich nach einem ziemlich umfassenden Projekt oder Programm an für Familien mit Besonderen Schwierigkeiten.
00:03:14: oder ehrlich?
00:03:15: Nein, gar nicht.
00:03:15: Einfach tatsächlich für Familien im deren Familienalltag zu erleichtern dafür braucht man ja gar keine besondere Herausforderung sondern das Leben mit Kind ist ja schon eine Herausforderung an sich.
00:03:27: Gut als Caritas Mann interessiert mich natürlich überhaupt ganz grundsätzlich was sind denn so die Probleme die in Familien auftreten dass sie sagen boah ich glaube jetzt brauche ich mal ne Unterstützung weil es hat ja einen Grund dass sich die Menschen an Sie wenden
00:03:41: auf jeden Fall.
00:03:42: Das ist aber ganz bunt gemischt, es kann jetzt sein dass man in Oberhausen lebt und gar keine familiäre Anbindung hat weil die Großeltern entweder selbst noch berufstätig sind oder an ganz anderen Städten Orten von Deutschland wohnen.
00:03:55: das mal also wirklich so dieses Mal?
00:03:57: ich komme vorbei und helfe dir mal für eine Stunde oder zwei unterstützt dich einfach mal dass du dich wirklich mal ein bisschen ausruhen kannst.
00:04:02: was auch immer du gerade machen musst oder möchtest das ist halt ganz wichtig.
00:04:06: Das ist schon mal so eine erste Geschichte, dass man vielleicht schon einmal entlastet wird bevor überhaupt so eine ganz große Belastung auftritt.
00:04:13: Deswegen werden wir auch es auch ganz wichtig zu erwähnen finanziert durch die frühen Hilfen, durch die Bundesstiftungen der frühe Hilfe.
00:04:19: Es ist ein präventives Angebot damit Belastungen gar nicht erst auftreten.
00:04:24: aber wir gehen auch mit in Familien rein wo vielleicht auch schon eine Familienhilfe mit drin ist, wo eine Familienhebamme vor Ort ist wo vielleicht auch eine Erkrankung in der Familie vorliegt, um dann weiter zu entlasten und zu unterstützen.
00:04:37: Gibt es hier im Ruhrgebiet besondere Problemlagen die vielleicht in anderen Regionen gar nicht so auftreten?
00:04:42: Ja also man kann den Oberhausen schon sagen das ist natürlich auch ein... Kommune ist, wo auch wirklich viel von Armut belastete Familien leben.
00:04:51: Die natürlich auch besondere Herausforderungen wieder in ihrem Familienalltag haben.
00:04:55: Es gibt auch viele Familien die unterstützt werden seitens des Jugendamts durch eine Familienhilfe und durch Jugendhilfe.
00:05:01: Und es gibt unterschiedliche Problemlagen in Oberhausen, die wir versuchen mit Wellcome noch ein bisschen weiter zu entzerren.
00:05:07: Deswegen ist auch gut, dass es hier an die Karitas angedockt hat.
00:05:09: Die gibt's ja eine schwangere Beratung, eine Erziehungsberatung was halt schon im Vorfeld.
00:05:13: man kann darauf aufmerksam machen das Wellcome noch so als weiteres Element mit rein spielen kann um die Familie zu unterstützen.
00:05:21: Klingt nach einer klugen Vernetzung würde ich sagen.
00:05:22: Auf
00:05:22: jeden Fall!
00:05:23: Super Kostet diese Hilfe etwas für die Familien?
00:05:28: Tatsächlich dadurch, dass wir durch die frühen Hilfen finanziert werden.
00:05:31: Also die Koordination durch uns beide gesichert ist und alles was man sonst für den Standort noch benötigt.
00:05:37: Wir finanzieren zum Beispiel auch Fahrtkosten der Ehrenamtlichen.
00:05:40: Die sind bei uns während der Zeit Haftpflicht und unfallversichert falls da mal irgendwie was sein sollte während des Einsatzes.
00:05:47: Die Familien können selbst entscheiden, ob sie etwas zahlen können pro Stunde.
00:05:52: Das geben Sie auch selber an.
00:05:53: Es ist aber kann man wirklich sagen in neunzig Prozent der Fällen Oberhausen so dass keine Bezahlung danach erfolgt.
00:06:00: Haben wir das schon klar genug gesagt?
00:06:02: Dass die Hilfe eigentlich durch Ehrenamtliche erfolgen?
00:06:05: Also die Hilfe ist tatsächlich eine reine ehrenamtische Familienbegleitung.
00:06:09: genau Wir sind hauptberuflich unterwegs.
00:06:11: Die Koordination ist hauptsächlich unterwegs auch um einfach Unterstützung zu geben sowohl für die Ehrenamtlichen, wenn sie Fragen haben.
00:06:19: Wenn die irgendwie vielleicht ein komisches Bauchgefühl haben gerade auch im Betracht auf Kinderschutz ist das ganz wichtig zu wissen.
00:06:26: ich kann mich immer an die Koordination wenden, wenn ich irgendwie unsicher bin und natürlich auch als Ansprechpartner für die Familie.
00:06:33: Das ist eine sehr gute Stichwort weil ich habe mir auch die Frage gestellt werden die ehrenamtliche an dieses Ehrenamter herangeführt?
00:06:40: gibt es so eine Art Vorbereitung?
00:06:43: Ja, gibt es genau.
00:06:44: Willkamp selber bietet immer wieder Online-Schulungen an für Ehrenamtliche wo die sich auch noch mal ein bisschen qualifizieren können oder ein bisschen aufstellen können.
00:06:51: was benötigt eigentlich um vielleicht auch mit Familien ins Gespräch zu kommen.
00:06:56: Es ist natürlich wie wir ja auch schon gerade gesagt haben Generationending.
00:06:59: Familien sind heute anders aufgestellt als vielleicht vor zwanzig dreißig Jahren.
00:07:03: von daher auch zu gucken das sagen wir als Koordinationen auch immer die Familien bleiben so, wie sie sind oder dürfen so bleiben.
00:07:11: Das ist ganz wichtig!
00:07:12: Die werden immer begleitet und dann werden die durch uns begleitet, durch Engmaschie getrefft.
00:07:16: Wir treffen uns mehrmals in Jahr mit ihnen, den Welcome-Engeln.
00:07:20: Sie sind immer ansprechbar für die wenn die irgendwelche Fragen haben.
00:07:22: Die kriegen erste Hilfeschulung, die machen Präventionsschulungen mit auch seitens des Bistums damit die einfach gut aufgestellt sind bei allen Fragen.
00:07:31: aber am Ende muss man immer sagen sind es ehrenamtliche.
00:07:33: Sie Das sind die beiden Koordinationen, ja.
00:07:39: Aber das soll auch ein Ehrenamtangebot bleiben, damit es so schön niederschwellig ist, dass man eine Beziehung eingeht und sich wohlfühlt.
00:07:47: Damit man sagen kann mit, drück da in der Schuhe ohne diese Hemmschwelle von jemandem, der in die Familie kommt.
00:07:55: Ganz genau!
00:07:56: Sehr schön.
00:07:58: Wie viele gibt's davon?
00:07:59: Ich kann für Oberhausen sagen, dass wir rund fünfzehn ehrenamtliche haben im Stadtoberhausen.
00:08:04: jetzt
00:08:04: wenn ein Welcome-Engel, eine Engelin, ein Problem hat.
00:08:08: Also feststellt irgendwie irgendwas wie Sie eben schon gesagt haben entweder ein komisches Bauchgefühl oder einfach nur eine Unsicherheit.
00:08:14: ich weiß jetzt gerade gar nicht weiter Ich weiß nicht wie ich mit der Situation umgehen soll.
00:08:18: an wen kann sie sich wenden?
00:08:19: Oder wie funktioniert das?
00:08:20: Ich kann mir vorstellen es gibt einen Backup.
00:08:22: Genau!
00:08:23: Das sind immer wir beiden.
00:08:24: dass ist die Ille Lauterfeld von der evangelischen Familienbildung und das bin ich hier von der Caritas.
00:08:29: Wir sind beide in allen Einsätzen unterwegs.
00:08:32: so wissen welche Ehrenamtlichen welcher Familie unterwegs ist.
00:08:34: Wir sprechen das alles immer engmaschig ab und dann können die jederzeit sich bei uns melden, wir würden uns falls wenn nicht direkt erreichbar sind natürlich zeitnah zurückmelden.
00:08:44: schauen wo drückt der schuh?
00:08:45: Wo können wir unterstützen?
00:08:46: Wo kann man helfen?
00:08:47: Ist Welcome jetzt gerade noch das Richtige für die Familie?
00:08:51: brauchen sie vielleicht eine weitergehende Unterstützung dass es halt auch unsere Aufgabe zu gucken müssen andere unterstützungsberatungsangebote noch mit in die Familie.
00:09:00: dafür sind wir so als
00:09:01: Backup.
00:09:02: Also sie sind auch so ein bisschen der Lotse im Netzwerk, dass man sagen kann da reicht Wellcome jetzt nicht mehr aus.
00:09:07: Da braucht man
00:09:08: eine
00:09:08: andere frühe Hilfe oder... Ganz
00:09:10: genau!
00:09:10: Wir haben eine Lotsenfunktion ins Netzwerksfrühhilfen.
00:09:12: wir sind ja ganz fest mit eingebunden um zu schauen es muss einfach noch die und die Unterstützung mit rein oder die anderen Unterstützungsangebote sagen oh wir sind schon drin und Wellcome könnte zusätzlich noch helfen.
00:09:25: Sie haben eben angedeutet Familie ist heute anders als früher?
00:09:29: Ich stelle die Frage immer wieder gerne, aber ich habe noch nie so eine Antwort gekriegt, wo ich gedacht hab.
00:09:33: Das verstehe ich jetzt!
00:09:34: Was ist denn heute anders?
00:09:35: Also ich finde dadurch dass es etwas klarer oder anders strukturiert ist auch anhand der Elternzeit, die die Eltern schon seit einigen Jahren nehmen, ist ja oft eine relativ frühe Berufstätigkeit nur wieder einen Einstieg in den Beruf gegeben, meist durch die Mutter nach einem Jahr oder durch geteilte Elternzeiten.
00:09:54: Vorher sind Kinder einfach später in den Kindergarten gekommen.
00:09:57: Das war meist so um die drei Jahre, jetzt ist man schon mit einem Jahr bei einer Tagesmutter in der Kita wie auch immer.
00:10:03: Dadurch sind die Zeiten natürlich, die man so intensiv als Familie hat, ein bisschen anders geworden.
00:10:08: Es drückt halt viel schon wieder im Vordergrund dem Wiedereinstieg in den Beruf.
00:10:12: Wie organisiere ich mich dann mit dem Familienalltag?
00:10:15: Wie kann ich da mich noch weiter aufstellen und wie kann ich selber nicht verlieren in dem ganzen Konstrukt?
00:10:21: Und deshalb würde ich schon sagen, dass die Belastung und die Herausforderungen an Familien heute etwas anders sind als sie vielleicht noch vor fünfzehn Jahren
00:10:27: waren.
00:10:28: Wenn Sie, liebe Hörerinnen und Hörern Interesse haben, an diesem Projekt vielleicht auch selber ein Welcome-Engel, eine Welcome-Angeline zu werden, dann schauen Sie doch mal auf der Website www.welcome-online.de.
00:10:46: Danke Frau Nordenboom für das schöne Gespräch und die tollen Infos.